Grundsätzlich unterscheidet man zwischen ADHS und ADS:
also Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (=ADHS) und Aufmerksamkeitsdefizitstörung ohne Hyperaktivität =ADS).
Präziser sind die internationalen Klassifikationssysteme ICD-11 (bisher ICD-10) und DSM-5. Danach unterscheidet man drei Subtypen
Mehr zum ICD-11 und zum DSM-5 am Ende dieses Beitrags.
Auf die Symptome bei den verschiedenen Subtypen gehe ich auf der Seite „Typische Symptome bei ADHS“ ausführlicher ein.
Beispiele für Kinder mit ADHS bzw. ADS finden sich übrigens schon in der Märchensammlung „Struwwelpeter“ von 1845: der Zappel-Philipp und der Hanns Guck-in–die-Luft.

Ein Kind mit ADHS (sehr häufig ein Junge) tut sich schwer damit, im Unterricht eine Schulstunde lang still zu sitzen. Es stört den Unterricht, unterbricht Mitschüler und Lehrkräfte, redet ungefragt los, springt auf, rennt herum und macht Unsinn.

Ein Kind mit ADS dagegen sitzt ruhig da und stört nicht. Oft ist es geistig abwesend, vergisst Dinge.
Manche Fachleute verwenden den Begriff „hypoaktiv“ als Gegenpol zu „hyperaktiv“ und sprechen zum Beispiel von „hypoaktiven Kindern“. „Hypoaktiv“ lässt sich mit „unter-aktiv“ übersetzen.
Das hat den Vorteil, dass man nicht sperrige Formulierungen wie „ADHS/ADS“ oder „AD(H)S“ verwenden muss, sondern einfach von ADHS sprechen kann und hyper- und hypoaktiv meint, wenn die beiden Typen gemeinsamen Symptome gemeint sind.
Manche Fachleute verwenden den Begriff „hypoaktiv“ als Gegenpol zu „hyperaktiv“ und sprechen zum Beispiel von „hypoaktiven Kindern“. „Hypoaktiv“ lässt sich mit „unter-aktiv“ übersetzen.
Das hat den Vorteil, dass man nicht sperrige Formulierungen wie „ADHS/ADS“ oder „AD(H)S“ verwenden muss, sondern einfach von ADHS sprechen kann und hyper- und hypoaktiv meint, wenn die beiden Typen gemeinsamen Symptome gemeint sind.
Grundsätzlich sind die Kernsymptome der ADHS-Subtypen bei Kindern und Erwachsenen gleich, allerdings ändert sich oft das Erscheinungsbild mit dem Übergang ins Erwachsenenalter.
| Subtyp | Kinder | Erwachsene |
|---|---|---|
| Hyperaktiv-impulsiv (ADHS-HI) | Motorische Überaktivität, Zappeln, Herumrennen | Innere Unruhe, Impulsivität, Ungeduld, Rastlosigkeit, inneres Getriebensein, schnelles Gelangweiltsein |
| Unaufmerksam (ADHS-I / ADS) | Vergesslichkeit, Zerstreutheit, „Träumerei" im Klassenzimmer | Schwierigkeiten mit Pünktlichkeit, Terminen und Zusagen, chaotisches Vorgehen, Überforderung im Alltag |
| Kombiniert (ADHS-C) | Auffällige Symptome nach außen, Kombination aus Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität | Weniger sichtbar, aber Beeinträchtigung im Beruf und in Partnerschaften |
| Psychische Folgen | Entstehung von Selbstzweifeln und Scham | Tief verankerte Selbstzweifel durch lange Geschichte von Fehlschlägen, Enttäuschungen und Ablehnung |
ICD und DSM sind zwei Klassifikationssysteme. Sie werden von Medizinern, Psychologen und Psychotherapeuten zur Diagnose von Störungen genutzt.
Die International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems wird unter anderem in Europa eingesetzt und umfasst alle Faktoren, die den Gesundheitszustand des Menschen betreffen – körperliche und psychische Erkrankungen.
Die 11. Version ist seit 1. Januar 2022 in Kraft und löste den Vorgänger ICD-10 ab. Die deutsche Entwurfsfassung liegt seit Anfang 2025 vor.
ADHS-Klassifikation: 6A05 (im ICD-10 noch unter F90.0 bis F98.8)
Das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders ist das in den USA genutzte Klassifikationssystem – ausschließlich für psychische Erkrankungen.
Die aktuelle Fassung ist DSM-5-TR (Text Revision), veröffentlicht 2022. Das DSM-5 selbst gibt es seit 2013.
ADHS-Klassifikation: 314.xx