Franz Grieser, der ADHS-Coach

Der Nur-5-Minuten-Trick für alles, was schwierig erscheint

Impuls
ADHS 5-Minuten-Trick

Wenn uns eine Aufgabe schwierig erscheint oder zu groß, passiert es oft, dass wir ausweichen und lieber mit etwas anfangen, das uns leichter erscheint. Im schlimmsten Fall blockieren wir uns selbst und lassen die Aufgabe ganz liegen.

Was hier hilft

Um in solchen Fällen ins Tun zu kommen, sagst du dir: „Ich fange an und mache nur fünf Minuten. Mehr nicht. Ich muss die Aufgabe nicht zu Ende bringen. Fünf Minuten reichen.“

Zur Unterstützung stell dir einen Timer auf fünf Minuten.

Fünf Minuten: Das ist überschaubar, das fühlt sich nicht wie ein Riesenberg an.

Und du wirst merken: Wenn du erst einmal angefangen hast, wirst du oft einfach den Timer ausschalten und weitermachen. Weil du schon in Bewegung bist. Wenn du in Bewegung gekommen bist, ist es viel leichter, weiterzumachen.

Wieso funktioniert das?

Für Menschen mit ADHS ist das Anfangen eine große Hürde. Unsere Exekutivfunktionen sind nicht so stark ausgeprägt wie bei neurotypischen Menschen; unser Gehirn braucht eine Starthilfe. Dieser Anschubser kann von außen kommen (ein fester Termin oder jemand, der mehr oder weniger freundlich nachfragt) – oder wir geben ihn uns selbst mithilfe eines 5-Minuten-Schubs.

Wenn der Anstoß von uns selbst kommt, gibt uns das erfahrungsgemäß noch einen zusätzlichen Schub: Auch kleine Erfolge geben uns einen Dopamin-Kick.

Hinzu kommt: Wenn eine Tätigkeit zeitlich klar begrenzt ist (nur fünf Minuten), dann fällt es uns leichter, damit anzufangen. Fünf Minuten können wir uns vorstellen; wenn wir dagegen die Dauer nicht kennen, dann kann es leicht anfühlen wie „ewig lang“.

Wofür eignet sich der Trick?

  • Aufgaben, die riesig, schwierig oder einschüchternd wirken, also Aufgaben, die sich anfühlen, als müsstest du den Mount Everest besteigen
  • Aufgaben, die du schon länger vor dir herschiebst
  • bei inneren Blockaden etwa durch Perfektionismus oder Angst vor Fehlern

Was entscheidend ist

Entscheidend ist, dass du anfängst und fünf Minuten dranbleibst. Ob du dann noch weitermachst oder nicht, ist egal. Du musst die Aufgabe jetzt nicht zwingend zu Ende bringen (später dann natürlich schon, aber nicht unbedingt JETZT).

Hauptsache: Du fängst an. Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist immer besser als gar kein Fortschritt.

Bildquellen

Das Titelbild stammt von Indra Projects (via Unsplash), das Foto der erschöpften Frau von Unsplash-User Kinga Howard. Das kleine Foto des Timers stammt von mir..