Franz Grieser, der ADHS-Coach

Ganz schlechte Idee: den Tag mit digitalem Konsum beginnen

Impuls
Das Foto zeigt ein Smartphone mit einer Fotobibliothek

Fang den Tag nicht mit Input an, sondern mit Output. So holst du dir schnelle Erfolgserlebnisse und den Dopaminschub für größere Aufgaben.

Gleich nach dem Aufwachen oder Aufstehen E-Mails, WhatsApp oder News-Portale checken – das ist keine gute Idee.

Menschen mit ADHS brauchen am Morgen oft länger, um in die Gänge zu kommen. Da liegt der Gedanke nahe, es erst einmal ruhig anzugehen und bei einem Käffchen und digitalen News langsam aufzuwachen. Schließlich dauert es ja auch einige Zeit, bis das ADHS-Medikament Wirkung zeigt.

Nur leider führt das häufig dazu, dass der halbe Vormittag vorbei ist, bevor wir etwas Produktives tun. Kein Wunder, dass uns dann nach zwei oder mehr Stunden Mailen, Chatten oder Doom-Scrolling* der Antrieb fehlt, „jetzt doch endlich mal“ mit dem Blogbeitrag, dem Angebot für einen neuen Kunden, der Präsentation oder den Rechnungen loszulegen.

* Doom-Scrolling: digitale Zeitung lesen oder Videos kucken und schon am Morgen ungeschützt das ganze Negative an sich heranlassen.

Erst aktiv werden, dann konsumieren

Idealerweise lässt du die erste Stunde am Morgen das Smartphone weiterschlummern und lässt die Finger von E-Mails, Messenger-Diensten und Social Media – und natürlich von Newsportalen und Youtube.

Besser ist:

     

      • Bewege dich, idealerweise an der frischen Luft.

      • Schreibe Morgenseiten oder nutze die Freewriting-Technik, um den Kopf freizubekommen.

      • Wenn du geistig schon so klar bist, nutze die erste Stunde für konzentriertes Arbeiten.

      • Oder nutze die Zeit, um über etwas nachzudenken oder etwas zu planen.

    Ein kleiner Dopaminschub zum Anfangen

    Das Energie-Level von ADHS-Menschen ist am Morgen ja meist recht niedrig. Deshalb ist Konsumieren nicht grundsätzlich schlecht, es kommt nur darauf an, dir das Richtige zu gönnen. Also etwas, was Dir einen Dopaminschub gibt und dir nicht Energie raubt oder deine Aufmerksamkeit ablenkt.

    Das kann die Tasse Kaffee, Tee oder Kakao sein, die du ganz genüsslich trinkst, bevor du spazieren gehst, dich zum Schreiben (Malen, Musizieren etc.) hinsetzt oder etwas anderes tust.

    Und natürlich kann es auch ein Song sein, der dich in Schwung bringt, eine Playlist oder ein Audiobuch. Alles, was neben der morgendlichen Aktivität laufen kann und positiv besetzt ist. 

     
    Bildquelle
    Das Foto stammt von Unsplash-Nutzerin Nathana Reboucas.